Geschichte und Aufbau
Das DIJ wurde 1988 gegründet, zu einer Zeit, als Japans Wirtschaftsmacht am größten war und sich die Beziehungen zwischen der zweitgrößten und drittgrößten Volkswirtschaft der Welt auf allen Ebenen intensivierten. In Deutschland wusste man zu wenig über den höchstentwickelten demokratischen Industriestaat Ostasiens. Das neue Institut sollte dieses Defizit verringern, indem es die Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur des gegenwärtigen Japans erforscht, wobei den deutsch-japanischen Beziehungen in Vergangenheit und Gegenwart besondere Beachtung zu schenken ist.
Von 1988 bis 2002 wurde das Institut von der Philipp Franz von Siebold-Stiftung getragen, die zu diesem Zweck von der Regierung gegründet worden war. 2002 wurde sie in die neu errichtete Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute in Ausland (DGIA, http://www.stiftung-dgia.de/) integriert, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird und in der gegenwärtig zehn Forschungsinstitute im Ausland und eine gemeinsame Geschäftsstelle in Bonn zusammengefasst sind.
Das DIJ entscheidet unabhängig und selbständig über sein Forschungsprogramm und wird von einem wissenschaftlichen Beirat beraten. Es ist gegenüber dem Stiftungsrat der Stiftung DGIA rechenschaftspflichtig. Zum wissenschaftlichen Personal des Instituts gehören der Direktor, gewöhnlich ein deutscher Hochschullehrer, der von seinem bzw. ihren Lehrstuhl beurlaubt ist, und zwölf wissenschaftliche Mitarbeiter/innen.
Stiftungsrat
- Vertreter des Bundes
- Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
- Deutsche Forschungsgemeinschaft
- Max-Planck-Gesellschaft
- Alexander von Humboldt-Stiftung
- Vertreter der wissenschaftlichen Beiräte
Den Vorsitz führt Prof. Dr. Heinz Duchhardt.
Beirat
Ehrenbeirat: Prof. Dr. Okamoto Michio, Sonderberater des International Institute for Advanced Studies, Kyoto
Mitglieder des Beirats:
- Prof. Dr. Christian Kirchner, Humboldt-Universität zu Berlin (Vorsitzender)
- Prof. Dr. Masahiko Aoki, Hitotsubashi Universität
- Prof. Dr. Gesine Foljanty-Jost, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU)
- Prof. Dr. Kaori Hayashi, University of Tokyo
- Prof. Dr. Steffi Richter, Universität Leipzig
- Prof. Dr. Wolfgang Seifert, Universität Heidelberg
- Prof. Dr. Karen Shire, Universität Duisburg-Essen
- Prof. Dr. Gisela Trommsdorff, Universität Konstanz
- Prof. Dr. Klaus Vollmer, Ludwig-Maximilians-Universität München
Zielsetzung und Aufgaben
Ziel des DIJ ist es, Wissen zu generieren und dadurch zum besseren Verständnis Japans beizutragen. Zu diesem Zweck führt es Forschung zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur des gegenwärtigen Japans und der deutsch-japanischen Beziehungen durch. In dieser Absicht
- entwickelt das Institut ein Forschungsprogramm;
- vergibt Promotionsstipendien und unterstützt die Stipendiaten vor Ort;
- sucht die Zusammenarbeit mit japanischen Institutionen und Wissenschaftlern;
- und unterhält eine Forschungsbiliothek.
Darüber hinaus versteht sich das DIJ als ein Zentrum der Japanforschung "vor Ort", das mit der internationalen japanbezogenen Forschung zusammenarbeitet. |