Japanstudien

Elis, Volker; Lützeler, Ralph (Hrsg.)

Japanstudien 20

Regionalentwicklung und regionale Disparitäten

 

Wenn man von der Regionalstruktur Japans spricht, so war bisher meist nur von der starken wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und sozialen Dominanz des Großraums Tokyo gegenüber einem nicht weiter differenzierten restlichen Land die Rede. Seit neuerem sind aber Tendenzen zu erkennen, die die Entstehung einer stärker differenzierten Regionalstruktur erwarten lassen. Diese Tendenzen sind:

  • politische Dezentralisierung und die Zusammenlegung von Kommunen zur Einsparung von Verwaltungskosten. Dies könnte einzelne Kommunen vor dem finanziellen Ruin retten, andererseits kann hierdurch das Problem bürgerferner Mammutgemeinden entstehen;
  • Richtungswechsel in der Raumordnungspolitik: Der Staat zieht sich aus seiner Verantwortung für die Abmilderung regionaler Disparitäten zurück und appelliert an die Eigenverantwortung der einzelnen Gebietskörperschaften;
  • eine Verschärfung des Gegensatzes zwischen schrumpfenden und weiter wachsenden Regionen als Folge einer zurückgehenden Gesamtbevölkerung. Für extrem dicht besiedelte Räume bietet diese Entwicklung aber auch Chancen;
  • die Abkopplung bestimmter Teilräume in Tokyo oder der Kansai-Region, welche im Wettbewerb mit hochklassigen Standorten anderer Weltmetropolen stehen, vom Rest ihrer Agglomeration.

In ihrer Gesamtheit dürften diese Entwicklungen dazu führen, dass die Lebensqualität der Bevölkerung in Japan noch stärker als zuvor vom jeweiligen Wohnort abhängen wird. Darüber hinaus wird nicht nur der ländliche Raum, sondern auch ein erheblicher Teil der Städte Japans vor Herausforderungen gestellt, die den bisherigen aus einer extremen Bevölkerungsdichte erwachsenen Problemen diametral entgegengesetzt sind. In Band 20 der Japanstudien soll diesen neuen Tendenzen der regionalen Entwicklung Japans aus unterschiedlichen Blickwinkeln nachgegangen werden: demographisch, geographisch, soziologisch, ökonomisch, politik-, rechts- und kulturwissenschaftlich.

 

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2008, iudicium Verlag, München, 344 S.
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