Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
日本語EnglishDeutsch
Deutsches Institut für Japanstudien

Adam Jambor

Japanologie
Seit April 2015
(Stipendiaten, 1. April 2015 - 30. September 2015)

jambor@dijtokyo.org

  • Jugend und Arbeitsmarkt
  • Soziale Ungleichheit
  • Sozialkapitaltheorie
  • Okinawa-Studien

Arbeitstitel

Heimatorientierung  ̶  Die Funktion von Sozialkapital im Zuge der Arbeitsplatzsuche von Studierenden in der Präfektur Okinawa (Arbeitstitel)

Forschungsprojekt

Die kritische sozioökonomische und demographische Situation der Regionen in Japan ist in jüngster Zeit in den Fokus der japanischen und internationalen Forschung gerückt. Insbesondere die Abwanderung junger Menschen in die Metropolregionen verstärkt die demographischen und ökonomischen Probleme der ländlichen Regionen. Die Ansicht, dass Mobilität von wirtschaftlich schwachen in wirtschaftlich starke Regionen stattfindet, ist zwar in klassischen Migrationsmodellen der Wirtschaftswissenschaften weit verbreitet, kann jedoch nicht pauschalisiert werden. Viel mehr haben sich die Faktoren Arbeitsplatzverfügbarkeit und Lohnniveau, die Wirtschaftswissenschaftler für eine ausbalancierte regionale Verteilung von Arbeitskräften ausmachen, von der tatsächlich stattfindenden Abwanderung abgekoppelt. Bestes Beispiel für diese Entwicklung ist die Präfektur Okinawa. Okinawa ist zwar die ökonomisch schwächste Region Japans, zugleich besteht jedoch ein positiver Wanderungssaldo. Das zeigt: Nicht ein wirtschaftliches Gefälle zwischen regionalen Arbeitsmärkten steuert die Verteilung von Arbeitskräften, sondern Okinawas Jugend verlässt ihre Heimat trotz besserer wirtschaftlicher Perspektiven außerhalb nicht. Meiner Ansicht nach kann diese Heimatorientierung mit einer zunehmenden Bedeutung von Sozialkapital (Familie, Freunde) für junge Menschen erklärt werden und wäre damit weniger ökonomisch als soziokulturell begründbar. Die Beschreibung und Erklärung des Sozialkapitals könnte zeigen welche Mechanismen dazu führen, dass junge Menschen in Okinawa bleiben und damit die Forschung zur Mobilität junger Japaner bereichern.