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Deutsches Institut für Japanstudien

Cosima Wagner

Japanologie / Geschichte
Seit Februar 2006
(Stipendiaten, 22. Februar 2006 - 30. April 2006)
  • Alltags- und Konsumgeschichte Japans seit 1945
  • Objektgeschichte und sozialer Wandel in Japan nach 1945
  • Japanische Pop- und Konsumkultur in Asien

Dissertationsthema:
 Objektgeschichte
und sozialer Wandel in Japan nach 1945 unter besonderer
Berücksichtigung der Haushalts- und Unterhaltungsroboter

Kurzzusammenfassung des
Dissertationsprojektes

Der methodische Ansatz der „Objektgeschichte“ wurde
von Wolfgang Ruppert, Professor für Kultur- und
Designgeschichte an der Universität der Künste in
Berlin entwickelt und impliziert, dass die Dinge und Zeichen einer
Gesellschaft als „Objektivationen“ eines sozial
strukturierten und kulturell geformten menschlichen Handelns verstanden
werden und somit eine Analyse derselben einen tieferen Einblick in den
inneren Zusammenhang von Kultur-, Gesellschafts-,
Mentalitäts-, Technik- und Wirtschaftsgeschichte bietet. Er
beinhaltet die Untersuchung und Analyse von Produkten der industriellen
Massenkultur unter der Prämisse, daß diese in
„lebensweltliche Kontextbezüge“
eingebunden sind und kulturelle sowie epochale
„Codes“ in sich tragen, die es wissenschaftlich zu
„dechiffrieren“ gelte (Ruppert 1997). Am Beispiel
des Umgangs mit Robotern in Japan soll untersucht werden, wie sich die
Bedeutung von und der Umgang mit Technik im Alltagslebens in Japan
verändert hat.
 Wie verlief der Weg Japans zum „robot kingdom
(Frank L. Schodt 1988) im 21. Jahrhundert? Welche Unterschiede zwischen
Japan und anderen (Industrie-) Nationen lassen sich darstellen? Was
verrät ein Haustierroboter“ als Quelle und
Träger eines „kulturellen Codes“
über die moderne japanische Gesellschaft? Wie spiegelt sich in
ihm der wirtschaftliche, geistige und gesellschaftliche
Modernisierungsprozess des 20. bzw. 21. Jahrhunderts wider? Wer sind
die Akteure der „Robotisierung“ der japanischen
Gesellschaft? Welche Veränderungen in den sozialen Beziehungen
innerhalb der Familie, der Schule, der Jugendlichen untereinander
lassen sich durch den Gebrauch von Haustierrobotern ausmachen? Dies
sollen die Leitfragen meiner Arbeit sein, um so ein
„feinmechanischeres“ Bild des gesellschaftlichen
Wandels im japanischen Alltagsleben nach 1945 herauszuarbeiten, aber
auch um nicht zuletzt einen Ein- und Ausblick zu geben auf das
anwachsende Problem der Überalterung der Gesellschaft und den
zunehmenden Einsatz von Robotern im Alltagsleben.

Sonstige
Aktivitäten:

Gemeinsam mit Prof. Dr. Hilaria Gössmann (Trier), Dr. Annette
Schad-Seifert (DIJ Tokyo) und Prof. Dr. Evelyn Schulz
(München) Leitung der Fachgruppe „Kultur und
Medien“ der Vereinigung für Sozialwissenschaftliche
Japanforschung e.V. (VSJF).

Schriftführerin des Vereins „japonet
e.V.“, Berlin.