Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien

Griseldis Kirsch

Japanologie, Anglistische Literaturwissenschaft, Ethnologie
Seit März 2005
(Stipendiaten, 1. März 2005 - 28. Februar 2006)


  • Japanische Medien, insb. fiktionale Bereiche der japanischen Medien
  • Japanisch-chinesische Beziehungen (im Spiegel der Medien)
  • Konstruktionen des ‚Fremden’ in den japanischen Medien

Dissertationsvorhaben


„Konstruktionen Chinas in Kinofilm, Fernsehdrama und Werbespots in Japan“ (Arbeitstitel)


Nachdem andere asiatische Länder im Vergleich zu den westlichen in Japan lange Zeit kaum präsent waren, kann im Zuge der verstärkten Hinwendung Japans nach Asien etwa seit den 1990er Jahren ein sprunghafter Anstieg der Thematisierung Asiens im (populär)kulturellen Bereich beobachtet werden. Da die Medien sowohl als ‚Spiegel und Motor’ des gesellschaftlichen Wandels fungieren können, haben sie somit das Potential, gesellschaftliche Trends aufzugreifen bzw. zu verstärken. Vor diesem Hintergrund erscheint die Analyse der medialen Konstruktionen der asiatischen Nachbarländer Japans von großer Bedeutung. Die Untersuchungsergebnisse meines Dissertationsvorhabens versprechen somit zum einen Aufschluss über das Verhältnis Japans zu seinen asiatischen Nachbarn, erlauben zum anderen aber auch Rückschlüsse auf das Selbstbild Japans, denn gerade in den Konstruktionen des ‚Anderen’ offenbart sich das eigene Selbstverständnis. Als Untersuchungsgegenstand wurden die medialen Konstruktionen Chinas, d.h. der Volksrepublik China, Taiwans und Hongkongs, ausgewählt, weil diese als einzige seit den 1990er Jahren in den drei Gattungen, bzw. Genres Kinofilm, Fernsehdrama und Fernsehwerbung kontinuierlich präsent waren.
Obwohl zum Bild des Auslands im japanischen Fernsehen einige Studien vorliegen, wurde der fiktionale Bereich der Medien von der Forschung bislang kaum beachtet. Fiktionale Werke wie Fernsehdramen oder Filme bieten jedoch ein besonders großes Identifikationspotential und können das Publikum auf andere Art als z.B. Nachrichtensendungen zur Beschäftigung mit dem ‚Anderen’ – und damit auch dem ‚Eigenen’ anregen. Somit ist es von besonderer Bedeutung, die Darstellungsmuster des ‚Anderen’ gerade in diesem Bereich genauer zu betrachten. Als vorläufige Materialbasis dienen daher repräsentative Beispiele aus den drei Gattungen, bzw. Genres Kinofilm, Fernsehdrama und Fernsehwerbung. Da alle drei Gattungen, bzw. Genres dem fiktionalen Bereich entstammen, ist eine gute Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleistet.
Während meines Forschungsaufenthaltes sollen mehrere Samples an Werbespots sowie relevante Dramen und Filme aufgezeichnet und systematisch anhand eines Analysebogens ausgewertet werden. Dabei soll auch die Diskussion in den nicht-fiktionalen Bereichen der Medien, insbesondere der populären Zeitschriften, bei der Analyse berücksichtigt werden. Ziel der Arbeit ist es, die verschiedenen Konstruktionsmöglichkeiten Chinas in den drei fiktionalen Genres herauszuarbeiten und mögliche Implikationen für das japanische Selbstbild gegenüber China zu erschließen.