Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
日本語EnglishDeutsch
Deutsches Institut für Japanstudien
Katharina Hülsmann

Katharina Hülsmann

Katharina Hülsmann
Transkulturelle Phänomene in Populärkultur, Gender Studies, Fan Studies, Medienkultur im Internet-Zeitalter
Seit April 2017
(Stipendiaten, 18. April 2017 - 31. Oktober 2017)

huelsmann@dijtokyo.org

Japanische dōjinshi des Marvel-Universums – Zwischen Konsum und Subversivität, zwischen transkulturellem Fandom und Peripherie (Arbeitstitel)

Das Dissertationsvorhaben beschäftigt sich mit dem Medium der japanischen dōjinshi, die sich auf das US-amerikanische Marvel Cinematic Universe (MCU) beziehen und interpretiert diese als kreative Widerspiegelung, aber auch potentiell kritische Reflexion von westlichen Unterhaltungsmedien durch japanische Fans. Im Fokus der Forschung stehen differenzierte Sichtweisen auf die Interaktion von Fans mit populären Texten, die sich innerhalb der Fan Studies seit den 1990er Jahren herausgebildet haben. Hierbei geht es um den Zwiespalt zwischen bloßem Konsum und subversiver Aneignung von Populärkultur, einerseits in Hinblick auf das Gender der Konsument/innen und auf die Darstellung von Gender als Differenzkategorie in den populären Texten. Andererseits werden transkulturelle, wie auch lokale und kulturspezifische Formen des BL-/Slash-Fandoms thematisiert. Viele wissenschaftliche Veröffentlichungen im Bereich der Fan Studies sehen in den Fankulturen um BL und Slash eine transkulturelle, globale Strömung, jedoch gibt es in der Ausformung dieser Fankulturen auch lokale Unterschiede, die eine wissenschaftliche Betrachtung umso interessanter machen.

In diesem Sinne untersucht das Dissertationsvorhaben insbesondere zwei Fragen in Bezug auf die japanischen dōjinshi-Autor/innen und ihre Werke:

  1. Wo positionieren japanische dōjinshi-Autor/innen sich selbst in der Sphäre des kreativen Schaffens in Bezug auf das Ursprungsmaterial des MCU?
  2. Wo positionieren japanische dōjinshi-Autor/innen sich selbst in der Sphäre eines global und transkulturell gedachten Fandoms? Sind lokale Strukturen eventuell wesentlich ausschlaggebender als transkulturelle Entwicklungen?

Das Dissertationsvorhaben begreift dōjinshi als ein Medium, das sich zwischen verschiedenen Polen verorten lässt, die sich durch den wissenschaftlichen Diskurs in den einzelnen Phasen der Fan Studies herausgebildet haben. Diese Pole lassen sich durch Gegensatzpaare wie „subversiv“ – „affirmativ“ und „transkulturell“ – „peripher“ umschreiben. Das Dissertationsvorhaben beabsichtigt, bei der Untersuchung von lokalen Unterschieden im Fandom über kulturalistische Erklärungsansätze hinauszugehen. Vielmehr werden ganzheitliche Erklärungsansätze angestrebt, die technische Gegebenheiten und lokale Gesetzgebung mit einbeziehen.