Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien

Ludgera Lewerich

Japanologie
(Stipendiaten, 1. April 2016 - 30. November 2016)

lewerich@dijtokyo.org

Forschungsinteressen

  • Identitäts- und Ethnizitätskonzepte
  • Minderheiten in Japan
  • Demenz und lokale Fürsorge
  • Deurbanisierung; Stadt-Land Migration

 

Projekt

Selbstverwirklichung im ländlichen Japan? Migrationsnarrativen junger I-Turner (Arbeitstitel)

 Viele Gebiete des ländlichen Japans sind seit Jahrzehnten von Entvölkerung und Überalterung betroffen. Schlagworte wie shattā shōtengai (Einkaufsstraßen mit aufgegebenen Geschäften, akiya (leerstehende Häuser) und genkai shūraku (wörtlich: Dorf am Limit; vom Aussterben bedrohtes Dorf) weisen auf eine Narrative des Niedergangs des ländlichen Japans hin. Demgegenüber steht aber ein ganz anderes Bild: eine Idealisierung und Romantisierung des ländlichen Japans. Wörter wie inaka (Land) oder furusato (Heimat) evozieren idyllische Bilder kleiner Dörfern umringt von Reisfeldern und Bergen.

In den letzten Jahren mehren sich in den Medien Beiträge über die Zunahme sogenannter I-Turner: junge Japaner, die sich ein idyllische, ruhiges Landleben ersehnen und in ländliche Gebiete ziehen. In meiner Forschungsarbeit beschäftige ich mich mit den Lebensentwürfen und -geschichten solcher Stadt-Land-Migranten. Meine zentrale Frage ist, in was für eine Narrative sie ihre Migration in den Interviews bringen. Was für Ziele und Wünsche nennen sie als Grund für den Umzug aufs Land und wie stellen sie ihr neues Landleben dar? Spielen Werte wie Individualität oder Selbstverwirklichung eine zentrale Rolle? Und welche Funktion erfüllt in ihren Erzählungen das ländliche Japan, das sogenannte Leben nah an der Natur? Dabei soll in die Analyse auch der gesellschaftspolitische Diskurs um ländliche Revitalisierung mit einbezogen werden. Neben dieser individuellen Ebene werde ich zudem mit der Beziehung und Gemeinschaftsbildung zwischen den neuzugezogenen und den alteingesessenen Dorfbewohnern beschäftigen.

Die genannten Fragestellungen werde ich empirisch im Feld anhand offener, narrativer Interviews und teilnehmender Beobachtung erarbeiten. Durch die Kombination aus Interview und teilnehmender Beobachtung sollte es möglich sein, ein detailliertes Bild der sozialen Wirklichkeit der Stadt-Land-Migranten zu zeichnen.

Vorträge

29. November 2016
Between Nostalgia and Utopia: Alternative Lifestyles in Rural Japan. Between Nostalgia and Utopia: Alternative Lifestyles in Rural Japan.

CV


Seit April 2016
Stipendiatin am DIJ Tokyo

Seit April 2014
Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Modernes Japan, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

02/2014
M.A. Modernes Japan<br /> Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

10/2011-09/2012
Auslandsstudium an der Universität Osaka, Department of Human Science

9/2010
B.A. Japanologie<br /> Eberhard-Karls-Universität Tübingen

04-08/2008
Auslandssemester an der Dōshisha Universität, Kyoto