Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien
Maria Pastukhova

Maria Pastukhova

Maria Pastukhova
Politikwissenschaft
Seit April 2019
(Stipendiaten, 1. April 2019 - 30. Juni 2019)

pastukhova@dijtokyo.org

Forschungsgebiete
Globale Energiefragen und Versorgungssicherheit (Öl und Gas), Erneuerbare Energien, Internationale Energie-Governance, EU-Außenenergiebeziehungen, Energiepolitik und Energiesystemtransformation in Asien, Russlands Handels- und Energiepolitik, Energiezusammenarbeit in Eurasien, regionale Integration in Asien, territoriale Streitigkeiten und Krisenmanagement im asiatisch-pazifischen Raum.

Promotionsthema:
Zusammenarbeit bei der Energiewende in Nordostasien: jenseits des zwischenstaatlichen Ansatzes

Nordostasien ist eine ökonomisch hoch integrierte Region, welche einige der größten Volkswirtschaften der Welt umfasst. Wirtschaftliche Kooperation hat in der Region eine lange Geschichte und wird durch eine Reihe internationaler und regionaler Institutionen sowie einen multilateralen Dialog auf hoher Ebene unterstützt. Im Gegensatz dazu ist die Zusammenarbeit im energiepolitischen Bereich ein wesentlich problematischeres Thema, nicht zuletzt aufgrund der langanhaltenden politischen Spannungen in der Region. Die Volksrepublik China, Japan und Südkorea gehören zu den größten Energiekonsumenten der Welt (Platz 1, 5 und 9 im globalen Ranking), für die eine stabile, erschwingliche und nachhaltige Energieversorgung von herausragendem strategischem Interesse ist. Trotz einiger gemeinsamer Energieziele und -interessen gibt es weder formelle Institutionen noch einen politischen Dialog auf hoher Ebene, um die trilaterale Zusammenarbeit im Energiebereich zu stärken. Eine energiepolitische Architektur im klassischen Sinne gibt es nicht und solch „traditionelle“ energiepolitische Bereiche wie Öl- und Erdgasexport werden in der Außenpolitik der drei Länder „versicherheitlicht“.
Das Energiesystem in der Region befindet sich jedoch seit einigen Jahren im Wandel. Die Volksrepublik China, Japan und Südkorea streben den Übergang zu einem Nachhaltigeren Energiesystem im Rahmen eigener Energiestrategien und des Pariser Klimaabkommens an. Unter anderem gehören der Ausbau erneuerbarer Energieträger sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz zu den zentralen Prioritäten der drei Länder. Auch wenn die Zusammenarbeit auf hoher politischer Ebene auch in Fragen der Energiewende problematisch erscheint, entwickeln sich neue Ansätze des regionalen Energiesystems jenseits der zwischenstaatlichen Ebene. Welche Kooperationsmechanismen dabei entstehen, wie sie funktionieren und wie die nationale Energiepolitik diese Prozesse beeinflusst – das sind Fragen, die in dieser Arbeit analysiert werden. Der Fokus liegt dabei auf regionalen Produktions- und Wertschöpfungsketten im Solar- und Windsektor sowie auf der Zusammenarbeit in den Bereichen Ausbau der erneuerbaren Energieträger und Energieeffizienz auf der trans-kommunalen Ebene.