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Deutsches Institut für Japanstudien

Melanie Stiehr

Japanologie
Seit April 2009
(Stipendiaten, 1. April 2009 - 28. Februar 2010)

  • Sexuelle Aufklärung und Verhütung in Japan
  • Der Zulassungsprozess und die Wahrnehmung der Anti-Baby-Pille in Japan
  • Die Einstellung japanischer Frauen zu ihrem Körper

Dissertationsprojekt: (Arbeitstitel)

„Die Anti-Baby-Pille in Japan – keine Erfolgsgeschichte
-Eine Analyse der aktuellen Situation-“


Nach einem fast vierzig Jahre andauernden Zulassungsprozess wurde die niedrig dosierte Pille (teiyōryō piru) im Juni 1999 in Japan als Verhütungsmittel (hinin´yaku) zugelassen. Sowohl in- als auch ausländische Pharmaunternehmen, welche schon lange auf die Zulassung gewartet hatten, brachten umgehend zahlreiche Pillenpräparate auf den japanischen Pharmamarkt, verbunden mit der großen Hoffnung einen ertragsstarken Absatzmarkt erschließen zu können. Doch auch zehn Jahre nach der Zulassung der Pille sind die Verkaufszahlen oraler Kontrazeptiva (keikō hinin´yaku) in Japan, insbesondere im internationalen Vergleich, verschwindend gering. Im Rahmen dieses Dissertationsprojektes soll untersucht werden, welche Faktoren bzw. Gründe für die geringe Akzeptanz der Pille bei japanischen Frauen eine Rolle spielen und damit gegen ihre Einnahme sprechen.


Dazu werden auf der Grundlage eines Multi-Methoden-Ansatz qualitative und quantitative Erhebungsmethoden kombiniert und verschiedene Akteure untersucht.

Zum einen geschieht dies durch eine Auswertung der Werbung für die verschiedenen Pillenpräparate in gynäkologischen Fachzeitschriften, um die Seite der Pharmaunternehmen und deren Verkaufsstrategien aufzuzeigen. Zum anderen durch eine Analyse der Artikel in Fachzeitschriften und Büchern, welche von Fachärzten zu diesem Thema verfasst wurden und Experteninterviews, da sie aufgrund der Verschreibungspflicht der Pille das Bindeglied zwischen Pharmaunternehmen und Konsumentinnen darstellen. Ferner sollen durch quantitative und qualitative Untersuchungen Artikel zu diesem Diskurs, welche in vier verschiedenen, auflagenstarken japanischen Frauenzeitschriften erschienen sind, analysiert werden und darüber hinaus Gesprächsrunden und Interviews mit (Nicht-)Konsumentinnen selbst durchgeführt werden.