Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
日本語EnglishDeutsch
Deutsches Institut für Japanstudien

Rainer Schulzer

Japanologie, Philosophie
Seit April 2010
(Stipendiaten, 1. April 2010 - 30. November 2010)
  • Inoue Enryō
  • Die frühe Rezeption westlicher Philosophie an der Tokyo Universität
  • Buddhistisches Denken der Meiji-Zeit
  • Buddhistische Philosophie

Dissertationsprojekt:

Inoue Enryō – Buddhist, Philosopher of Enlightenment and Educator

(Arbeitstitel)

Das Promotionsvorhaben ist die erste Dissertation in englischer Sprache, die sich zentral mit Inoue Enryō 井上円了 (1858-1919) beschäftigt. Die ausgewählten Werke Inoue Enryōs wurden in 25 Bänden herausgegeben und sind bisher nur zu einem geringen Teil im Blickfeld der westlichen Forschung. Beabsichtigt ist deshalb eine ausgewogene Darstellung, die Inoue Enryō in der Breite seines Schaffens der westlichen Leserschaft vorstellt und zukünftige Forschung erleichtert.

Im ersten Teil der Arbeit werden die Einflüsse auf den jungen buddhistischen Priester Inoue Enryō während seines Studiums an der Tokyo Universität erforscht. Es sollen die Beweggründe herausgearbeitet werden, die ihn veranlassten, sich nach Abschluss seines Philosophiestudiums von seinem Orden abzuwenden und nunmehr vom Standpunkt des Philosophen eine Reformation des Buddhismus zu fordern.

Der zweite Teil soll die wichtigsten Tätigkeitsfelder Inoue Enryōs möglichst informativ vorstellen: (1.) Gründung der „Halle der Philosophie“ 哲学館 (Tetsugakkan) im Jahr 1887 (heutige Toyo Universität 東洋大学), (2.) „Studien des Mysteriösen“ 妖怪学 (Yōkai gaku) und Engagement gegen den Aberglauben auf Vortragsreisen durch ganz Japan, (3.) Errichtung des „Tempelgartens der Philosophie“ 哲学堂公園 (Tetsugaku dō kōen).

Im letzten Teil konzentriert sich die Arbeit auf die buddhistische Philosophie Inoue Enryōs während seiner letzten Lebensphase. Im Zentrum steht hierbei der dritte und abschließende Teil seines Hauptwerkes zur Reform des Buddhismus mit dem Titel „Der lebendige Buddhismus“ 活仏教 (Katsu bukkyō) aus dem Jahr 1912.