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Deutsches Institut für Japanstudien
Steve R. Entrich

Steve R. Entrich

Steve R. Entrich
Bildungssoziologie
Seit März 2013
(Stipendiaten, 1. März 2013 - 30. September 2013)

entrich@dijtokyo.org

 

  • Bildung in Japan und Deutschland aus vergleichender Perspektive
  • International „Shadow Education“
  • Bildungsniveau und soziale Herkunft
  • Bildungsreformpolitik und Bildungsreformprozesse aus vergleichender und historischer Perspektive

 

Dissertationsprojekt:

Arbeitstitel: Shadow Education in Germany and Japan – An Instrument to Neutralize Disadvantaged Family Background?

Die außerschulische, privat bezahlte Nachhilfe oder „Schattenbildung“, wie diese Form des Unterrichts an privaten Institutionen betitelt wird, ist in den vergangenen Jahren weltweit expandiert und verzeichnet einen stetig zunehmenden Einfluss für den Bildungsgang von Schülern. Während auch in Deutschland mittlerweile einige Studien zu Nachhilfe existieren, gibt es deutschlandweit noch keine differenzierte interkulturelle Vergleichsuntersuchung zu diesem Thema, die neue Sichtweisen eröffnen könnte.

Die grundlegende Fragestellung, ob die zunehmende Nutzung bezahlter Nachhilfe in Deutschland soziale Ungleichheiten weiter fördert, ist von nationalem Interesse. Am Beispiel Japan, einem Land in dem traditionell viel in außerschulische Zusatzbildung investiert wird, soll gezeigt werden, dass Nachhilfe nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern durchaus auch als Bildungsniveauausgleich für sozial benachteiligte Schüler dienen kann.

Im Rahmen dieses Dissertationsprojektes werden neben der Datenanalyse auf Grundlage der PISA-Studie des Jahres 2009, zwei weitere länderspezifische Datensätze ausgewertet (Japan: Hyogo High School Students‘ Survey, HHSS 2011; Deutschland: Lebensverläufe ins frühe Erwachsenenalter, LifE 2012). Darüber hinaus ist die Durchführung einer eigenen Erhebung (An Investigation concerning Juku- and Nachhilfe-lessons in Japan and Germany, JuNa 2013) in Japan und Deutschland geplant. Die Notwendigkeit der Durchführung dieser ergänzenden Erhebung resultiert aus dem Bedarf nach weiterer Einsicht in die Schattenbildungssysteme beider Länder. Hier beinhaltet PISA zwar insgesamt zwei Variablen zu Nutzungsintensität und -häufigkeit von Nachhilfe, es fehlt jedoch an Daten zu Angebot, Organisation und Motivation für die Inanspruchnahme von kommerzieller Nachhilfe, die die Nutzung dieser ergänzenden, kostenintensiven Bildung hinreichend erklärt.

Weitere Analysen mit Datensätzen wie PISA oder TIMSS haben jedoch bereits gezeigt, dass ein tieferer (auch qualitativer) Einblick in diese Sphäre von Bildungsrealität vonnöten ist, um erbrachte empirische Ergebnisse überhaupt verstehen und sinnvoll interpretieren zu können. Der interkulturelle Vergleich zweier außerschulischer Zusatzschulsysteme soll hier im Verbund von PISA-Daten mit dieser ergänzenden Datenerhebung zu neuen Einsichten und Erkenntnissen führen, die breite Publikation erfahren sollen.