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Deutsches Institut für Japanstudien

Sven Matthiessen

Japanologie
Seit Juli 2009
(Stipendiaten, 1. Juli 2009 - 30. September 2009)


  • Japanischer Panasianismus
  • Japanische Besatzungspolitik
  • Japanischer Imperialismus

Dissertationsprojekt (Arbeitstitel)


„The Japanese Greater East Asia Co- Prosperity Sphere and the Philippines“


Die Philippinen unterschieden sich in vielerlei Hinsicht von anderen Ländern, die von Japan während des 2. Weltkrieges erobert und administriert wurden. Die Bevölkerungsmehrheit war tief im katholischen Glauben verwurzelt und die Jahrhunderte unter spanischer und amerikanischer Besatzung hatten großen Einfluss auf das Selbstbild der Filipinos. Die japanischen Eroberer, die mit dem Anspruch auftraten, den asiatischen Kontinent von seinen westlichen Unterdrückern zu befreien, trafen auf eine Bevölkerung, die sich in ihrer Identität weniger Asien zugehörig fühlte als vielmehr der westlichen Welt. Der japanische Panasianismus, der seit Ende der 1930er Jahre zu einem Leitmotiv der japanischen Außenpolitik geworden war und die Losung „Asien ist eins“ propagierte, sah sich somit konfrontiert mit einer Bevölkerung, die stärker als jedes andere ostasiatische Land vom Westen geprägt war und diese westliche Prägung auch durchaus als für sich positiv empfand.


Im Rahmen des Dissertationsprojekts soll untersucht werden, wie und ob die japanischen Eroberer sich bemühten, den kulturellen und historischen Eigenheiten der Philippinen Rechnung zu tragen, d. h. den japanischen Panasianismus den philippinischen Gegebenheiten anzupassen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Frage, wie das japanische Militär die politische Mission auffasste und umzusetzen versuchte.

Dazu sollen vor allem japanische Primärquellen aus den 1930er und 1940er Jahren zu japanischem Panasianismus und seiner Rolle in der Außen- und Besatzungspolitik untersucht und ausgewertet werden. Ferner sollen Augenzeugenberichte von sowohl japanischen Soldaten, als auch der philippinischen Bevölkerung ausgewertet und einander gegenübergestellt werden.