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Deutsches Institut für Japanstudien

Tina Hügel

Soziale Bewegungen in Japan, Bewegungsforschung, Japanische Zivilgesellschaft, Anti-AKW-Bewegung, Atomenergiepolitik
Seit April 2017
(Stipendiaten, 3. April 2017 - 31. Juli 2017)

huegel@dijtokyo.org

Entwicklung und Ergebnisse lokaler Anti-Atomkraftbewegungen in Japan
Am Beispiel von Maki und Rokkasho

Die Dreifachkatastrophe am 11. März 2011 zerstörte den bis dahin weit verbreiteten „Mythos“ von der Sicherheit der Atomenergie und löste auf diese Weise eine Welle von Protesten in Japan aus. Diese wurden von den Medien weltweit groß aufgegriffen.

Weniger bekannt sind dagegen die lokalen Bewegungen in den Städten und Gemeinden Japans, in denen atomare Anlagen errichtet wurden. Diese Proteste begannen bereits in den achtziger Jahren und einigen dieser Bewegungen gelang es, den Bau eines geplanten Atomkraftwerks (AKW) zu verhindern.

In der vorliegenden Arbeit wird die Frage untersucht und beantwortet werden, aus welchen Gründen einige dieser lokalen Bewegungen Erfolg hatten, während andere Bewegungen, unter auf den ersten Blick gleichen Bedingungen, scheiterten.

Am 4. August 1996 wurde unter anderem in der Stadt Maki, die im Oktober 2005 in die Stadt Niigata, die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur, eingemeindet wurde, mit Hilfe eines Bürgerentscheids der Bau eines geplanten AKWs verhindert. In Rokkasho, einem Dorf im Nordosten der Präfektur Aomori, in dem heute eines der größten kerntechnischen Zentren steht, gelang es nicht, den Bau und die Inbetriebnahme der Anlagen zu verhindern. Obwohl es in den größeren Städten in der Präfektur, wie zum Beispiel in Aomori, Hirosaki und Hachinohe, sowie in Rokkasho selbst lokale Bürgerbewegungen gegen die Errichtung gegeben hat.

Die vorliegende Arbeit stützt sich auf die verschiedenen Theorien sozialer Bewegungen. Von Bedeutung sind vor allem die Ressourcenmobilisierungstheorie, der Framing-Ansatz und die Theorie politischer Möglichkeitsstrukturen.

Das Projekt stützt sich auf empirisch erhobene Daten aus Interviews mit Teilnehmern und Unterstützern der Anti-Atomkraftbewegung der beiden oben beschriebenen Fallbeispiele sowie Daten aus Publikationen.