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Deutsches Institut für Japanstudien

Diversität, Körper und Gesundheit: Bioethische Diskussionen in Japan

Dieses Projekt beschäftigt sich mit Diversität in zweierlei Hinsicht. Erstens geht es um die Diversität, die sich auf die Gesundheit und den Körper bezieht, und ihre ethischen Probleme in Japan. Zweitens geht es um die Vielfältigkeit der Kulturen in der internationalen bioethischen Diskussion.

Durch die Entwicklung der medizinischen Forschung und der daraus folgenden Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel Genforschung und sogenannte Taylor Made Behandlung, gibt es einerseits in der heutigen Medizin immer mehr Rücksicht auf die Individualität und Diversität des Körpers, andererseits üben die vereinheitlichten Gesundheitschecks und vordefinierte gesundheitsbezogene Kriterien immer größeren Druck auf Menschen aus, sich körperlich bzw. gesundheitlich an bestimmte Normen anzupassen. Dieser Druck wird verstärkt durch den demographischen Wandel, die Unterfinanzierung der Gesundheitssysteme und die technischen Möglichkeiten der Vermessung (Untersuchung/Beobachtung) des körperlichen Zustandes.

Neue gesellschaftliche und technische Möglichkeiten im medizinischen Bereich können einerseits die Chance bieten, dass jeder auf seine Gesundheit besser selbst achten und diese selbstständig kontrollieren kann, andererseits aber können sie Menschen mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen unterdrücken oder ausgrenzen. Diese Chancen und Risiken sind in allen Industriegesellschaften gleich. Es stellt sich aber die Frage, ob es bei den damit zusammenhängenden ethischen Problemen vom kulturellen und gesellschaftlichen Kontext abhängige Unterschiede gibt. Um dieser Frage nachzugehen, beschäftigt sich dieses Projekt mit den ethischen Problemen des Zwangs zur Normalität im Bereich der Gesundheitspolitik und des Gesundheitswesens sowie dessen Einfluss auf den individuellen Körper in Japan. Das Ergebnis dieses Projektes soll gleichzeitig einen Beitrag zur Universalismus-Relativismus-Debatte in der internationalen Bioethik leisten.

Staff

Previous Staff

Miki Aoyama-Olschina
(Philosophy, Japanese Studies)

Projects

Work-related Diversity in Japan: New Risks and Opportunities for Whom?

Selected Publications

Articles

2008
[Döring, Ole; Steineck, Christian] Recht auf eigenen Körper – aus der Organtransplantationsdebatte der buddhistischen Gruppen in Japan
In: Döring, Ole; Steineck, Christian (Ed.) Kultur und Bioethik. Eigentum am eigenen Körper. (= Recht, Ethik und Ökonomie der Biotechnologie 21). Baden-Baden: Nomos. 123-134.
2005
[Badura, Jens; Rieth, Lothar; Scholtes, Fabian] Globalisierungsprozesse in der Wissenschaft: Einige Überlegungen zum interkulturellen Verstehen in den Kulturwissenschaften
In: Badura, Jens; Rieth, Lothar; Scholtes, Fabian (Ed.) „Globalisierung“. Problemsphären eines Schlagwortes im interdisziplinären Dialog. Wiesbaden: Springer Verlag. pp. 93-114.

Events

February 4, 2016
DIJ History & Humanities Study Group
What is human dignity? And could it provide a common ethical foundation between cultures? The examples of Germany and Japan