Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien

Franziska John

Japanologie, Physik
Seit Juli 2013
(Stipendiaten, 1. Juli 2013 - 31. Dezember 2013)

john@dijtokyo.org

Forschungsschwerpunkte:

Technikgeschichte, Energie, Gefälligkeitswissenschaftler

Dissertationsprojekt:

Arbeitstitel: Von Pikadon zu Pluto-kun. Kernphysik(er) und Konsensbildung über die „friedliche Nutzung“ der Kernenergietechnik in Japan.

Im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Fukushima Daiiichi infolge des schweren Erdbebens vom 11. März 2011, stellte sich die Frage, warum in Japan, einem Land mit allgegenwärtiger Erdbebengefahr, 54 Atomreaktoren existieren.

Daher soll in diesem Dissertationsprojekt untersucht werden, wie sich die Kernenergie in Japan, trotz der damit verbundenen Risiken und trotz der Erfahrung der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, als Energieform etablierte. Dabei soll der Fokus insbesondere auf die Rolle der Wissenschaftler oder genauer Kernphysiker gelegt werden und deren Handlungen im historischen Kontext nachvollzogen werden. Ziel der Arbeit ist es herauszufinden wie Kernphysiker als Experten dazu beigetragen haben, in Japan bestimmte staatspolitische und wirtschaftliche Interessen gegenüber der Bevölkerung durchzusetzen.

Methodisches Vorgehen

Um dem Erkenntnisinteresse nachgehen zu können, wird ein Multimethodenansatz gewählt. Zunächst soll der historische Kontext durch die Analyse von Bibliotheks- und Archivmaterial rekonstruiert und anschließend durch qualitative Experteninterviews eine „Innensicht“ ergänzt werden. Um das Gesamtbild abzurunden soll ferner die Akteur-Netzwerk-Theorie zum Einsatz kommen.