Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien

Lisa Mundt

Japanologie, Theaterwissenschaft
Seit Juni 2010
(Stipendiaten, 1. Juni 2010 - 31. Oktober 2010)
  • Zeitgenössisches japanisches Theater und Performace
  • Zeitgenössische dramatische Literatur Japans
  • Theater und Urbanität

 

Dissertationsprojekt

Die Politisierung der Bühne. Neue Wege im japanischen Gegenwartstheater (Arbeitstitel).

Die Arbeiten japanischer Theatergruppen thematisieren seit Mitte der 1990er Jahre vermehrt das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Damit wird nicht nur ein umfangreicher Diskursraum eröffnet, sondern auch ein Gegenentwurf zur Konsum- und Populärkultur (Manga, Anime, Videospiele, Cosplay usw.) etabliert, den ein großes heterogenes und vor allem junges Publikum begeistert aufnimmt. In der Tradition der Theateravantgarde der 1960er Jahre ist das Theater also offenbar auch gegenwärtig noch in der Lage, junge Menschen mit gesellschaftskritischen und politischen Anliegen zu erreichen.

Das Dissertationsprojekt will diese auf der Bühne artikulierten kritischen Positionen und utopischen Entwürfe sowie neue theaterästhetische Setzungen analysieren. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Off-Theaterszene in Tōkyō, deren jüngste Autorengeneration bei Kritikern als treibende innovative Kraft innerhalb des japanischen Gegenwartstheaters gilt.

Methodisch verfolgt das Dissertationsprojekt einen interdisziplinären Ansatz. Es verbindet die japanologisch-kulturwissenschaftliche Perspektive mit Theorien der Theaterwissenschaft und der Performance Studies und stellt die Frage: Wie politisch kann Theater heute noch sein?