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Deutsches Institut für Japanstudien
Nadeschda Bachem

Nadeschda Bachem

Nadeschda Bachem
Japanische und koreanische Literaturwissenschaft
Seit März 2015
(Stipendiaten, 1. März 2015 - 30. Juni 2015)

bachem@dijtokyo.org

Forschungsinteressen: Ostasiatische Komparatistik, postcolonial studies, Nationalismus und nationale Identität 

Arbeitstitel: Imperialism and National Identity in Postcolonial Japanese and South Korean Literature 

Forschungsprojekt:

Meine Dissertation analysiert japanische und südkoreanische Kurzprosa zwischen 1945 und den späten 1960er Jahren, die sich mit der Geschichte und den Auswirkungen der Kolonisierung Koreas durch Japan auseinandersetzt. Hierbei werden sowohl Texte von Autor_innen, deren nationale Zugehörigkeit zu entweder Japan oder Südkorea auf den ersten Blick offensichtlich scheint, aufgegriffen, als auch solche von Literat_innen mit einer ambivalenteren nationalen Identität, sprich, den Mitgliedern der koreanischen Minderheit in Japan (den sogenannten zainichi Kankoku, Chōsenjin).

Leitfragen der Dissertation lauten: Wie wird die Erinnerung an die Kolonialzeit in beiden Ländern konstruiert? Welche Rückschlüsse werden aus dieser Erfahrung in Hinblick auf ein kollektives Selbst und Anderes gezogen? Inwiefern werden der Imperialismus und sein Nachspiel als nationales Trauma bewertet und welche Bedeutung wird den Ereignissen in Hinblick auf eine kollektive Identität zugewiesen? In meiner Dissertation versuche ich, diese Fragen zu beantworten, um den Diskurs der Erinnerung an die Kolonialzeit, der die japanisch-koreanischen Beziehungen bis heute prägt, nachzuvollziehen.

Das Projekt verortet sich innerhalb einer Tradition ostasiatischer Komparatistik und strebt darüber hinaus an, den spezifischen japanisch-koreanischen Fall innerhalb des Feldes der postcolonial studies zu situieren.