Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien

Sebastian Hofstetter

Japanologie, Rechtswissenschaften
Seit Juni 2013
(Stipendiaten, 1. Juni 2013 - 28. Februar 2014)

hofstetter@dijtokyo.org

Forschungsschwerpunkte:

  • Pflege in Japan, Pflegerobotik in Japan
  • J-Care und Cool Japan
  • Pflege als Thema der japanischen Literatur,

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: Aktivitäten von Workers Collectives (u.ä. Organisationen) zur Pflege und Versorgung älterer Menschen in Japan zwischen Vorgaben der Pflegeversicherung und gesellschaftlichem Bedarf – das Fallbeispiel der Workers Collective in Kanagawa

Das Dissertationsprojekt untersucht Workers Collectives, die nach dem Prinzip der geteilten Verantwortung versuchen, eine intensive pflegerische Versorgung und die Mitverantwortung des lokalen Gemeinwese und der Gesellschaft zu verbinden. Dabei ist zu beobachten, dass seit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 2000 die Zahl der sich in der (v.a.) ambulanten Pflege engagierenden Workers Collectives beständig zunimmt. Hier setzt diese Arbeit an: Sie lotet Möglichkeiten und Probleme aus, mit denen sich Workers Collectives konfrontiert sehen, die sich in der Pflege älterer Menschen in Japan engagieren.

Die Frage lautet dabei, welche Rolle die Workers Collectives bei der Versorgung älterer Japaner in einer zunehmend älter werdenden japanischen Gesellschaft spielen und welche Konzepte sie entwickeln, um innovativ die pflegerische Versorgung älterer Menschen zu gewährleisten.

Theorie und methodisches Vorgehen:
Zunächst wird das Thema Workers Collectives in den Kontext einer gegenwärtigen Theoriendiskussion, um neue Wohlfahrtsmixturen verortet. In einem nächsten Schritt wird anhand der Rekonstruktion am Fallbeispiel der Workers Collective Kanagawa aus der gegenwärtigen Praxis dargestellt, welche Formen derzeit die Arbeit der Workers Collectives in Japan annimmt. Eine These der Arbeit stellt dabei die Annahme dar, dass Workers Collectives offensichtlich auf ein „soziales Kapital“ zurückgreifen, das von der Zusammenarbeit mit Freiwilligen und Angehörigen, über die Eintragung als Verein bis hin zu lokalen Partnerschaften mit anderen Organisationen im lokalen Sozialraum reicht.

Abschließend soll diskutiert werden, ob Workers Collectives eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Pflegeangeboten für Ältere darstellen und damit drängenden Problemen der japanischen Überalterungsgesellschaft entgegengewirkt werden kann.