Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien

Stefan Roesner

Regionalwissenschaft Japan, Soziologie
Seit September 2010
(Stipendiaten, 1. September 2010 - 31. August 2011)
  • Bioethik, Hirntod und Organtransplantation
  • Organspende

Forschungsthema:

Organspende im öffentlichen Diskurs.

In der Schulmedizin gehören Organtransplantationen heute zum therapeutischen Standard bei einer Reihe schwerer Erkrankungen, die mit Organversagen verbunden sind. Nicht unmittelbar Beteiligte erfahren hierüber mehrheitlich aus den Massenmedien; neben Fachliteratur also in Form von Fernsehberichten, Zeitungsartikeln, Radiobeiträgen und Werbung zur Organspende. Dem medialen Diskurs kommt folglich besondere Bedeutung zu, da Bürger ihre Positionen zu derartigen, für sie im Alltag nicht direkt erfahrbaren Themen, vornehmlich anhand der Beobachtung medial vermittelter Informationen generieren. Wie bereits in der Kommunikations- und Medienwissenschaft empirisch bestätigt werden konnte, wird dabei nicht selten der Tenor der Mediendarstellung adaptiert.

Dreizehn Jahre nach In-Kraft-Treten des Transplantationsgesetzes in Deutschland und Japan ist die Thematik Organtransplantation in beiden Ländern erneut von gesellschaftspolitischer Aktualität. In Japan fand am 10. August die erste Organspende gemäß dem im Juli revidierten Organtransplantationsgesetz statt, das als eine Neuerung nun auch Angehörige, dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entsprechend, einer Organspende zustimmen lässt. In Deutschland informierte am 23. August der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier die Presse über eine politische Pause, um seiner schwer erkrankten Frau eine Niere zu spenden.

Vor diesem Hintergrund befasst sich die Arbeit mit Fragen zur medialen Darstellung, Umfrageergebnissen und Spendebereitschaft.