Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien
Vincent Lesch

Vincent Lesch

Vincent Lesch
Japanologie, Soziologie
Seit April 2017
(Stipendiaten, 3. April 2017 - 31. Dezember 2017)

lesch@dijtokyo.org

Bildung und Deregulierung – Der Konsum von Bildung und sein Effekt auf Arbeitsmarktchancen japanischer Oberschüler

Der Anteil der irregulär beschäftigten Arbeitnehmer sowie die durchschnittliche Arbeitsplatzfluktuation steigen in Japan konstant. Gleichzeitig können wir einen Wechsel von einer Gesellschaft, in welcher Abschlüsse von namenhaften Bildungsinstitutionen (credential society) an Bedeutung verlieren und die Lern-Kompetenzen (learning capital society) mehr und mehr in den Vordergrund rücken. An diesem Schnittpunkt zwischen Arbeitsmarkt und Bildungssystem entstehen dabei folgende drei Herausforderungen: (a) ein erhöhter Leistungsdruck für (nicht ausschließlich aber besonders) junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt, (b) die Entstehung von neuen Klassenunterschieden und (c) eine allgemeinere Verlagerung zu einem flexibleren Arbeitsmarkt (Kariya 2010).

Anstellung im Niedriglohnsektor, eine eingeschränkte Karrieremobilität, fragmentierte Arbeitsmarktbiographien und ein erhöhtes Risiko in die Arbeitslosigkeit abzurutschen, können als Resultate unzureichender Bildung angesehen werden. Obwohl Bildung ein fundamentaler Bestandteil der erfolgreichen Arbeitssuche ist, sind Bildungskompetenzen unter den japanischen Schülern ungleich verteilt. Zudem garantieren Abschlüsse heutzutage nicht mehr zuverlässig einen sicheren Start ins Arbeitsleben; der reibungslose Übergang von Schule in den Arbeitsmarkt, der so charakteristisch für Japans Gesellschaft war, kann somit in Frage gestellt werden (Tachibanaki 2006).

Im vorliegenden Dissertationsvorhaben sollen die Mechanismen, die dem Angebot und Konsum von Bildung zugrunde liegen, dargelegt und ihr Einfluss auf den Übergangprozess in den, von Deregulierung betroffenen, Arbeitsmarkt erklärt werden.