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Deutsches Institut für Japanstudien
Yosuke Buchmeier

Yosuke Buchmeier

Yosuke Buchmeier
Japanologie, Kommunikationswissenschaft, Soziologie
Seit März 2020

buchmeier@dijtokyo.org

Nach seinem Magister-Abschluss an der Universität München (LMU) in Japanologie, Kommunikationswissenschaft und Soziologie absolvierte Yosuke Buchmeier zunächst ein Praktikum in der Vertriebswegestrategie bei der BMW Group. Danach arbeitete er in der Unternehmensberatung und später im Bereich Mitarbeiter-, Kompetenz- und Organisationsentwicklung. Seit 2018 promoviert Yosuke am Japan-Zentrum der Uni München und an der Universität Tôkyô zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk NHK und dessen Nachrichtenberichterstattung. Seine Forschungsinteressen umfassen neben Medien und Demokratie auch Fragen der Wirtschafts- und Fiskalpolitik und des demographischen Wandels.

Der öffentliche Diskurs in Japan – Realitätskonstruktion in der NHK-Nachrichtenberichterstattung
Der öffentliche Diskurs und die Medien spielen eine essentielle Rolle für die nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Demokratie. Sie stellen ein Forum zur Verfügung, in dem soziale, politische und wirtschaftliche Fragen diskutiert werden, und ermöglichen der Gesellschaft auf diese Weise, die vielfältigen Herausforderungen einer komplexer werdenden Welt zu bewältigen. Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommt dabei eine besondere Verantwortung zu, da er durch seine Gebührenfinanzierung prinzipiell unabhängig von politischem und ökonomischem Einfluss sein sollte.
Auch an Japans öffentlich-rechtlichen Rundfunk NHK wurden während der Demokratisierung nach dem Krieg diese Erwartungen gesetzt, doch sein Verhältnis zur politischen Macht war historisch gesehen stets ein ambivalentes: Ob NHK die Arbeit der Regierung kontrollierte, oder eher umgekehrt, war oft nicht klar erkennbar.
Trotz seiner Bedeutung in Japans Medienlandschaft und Politik hat es seit den Studien von Ellis Krauss aus den 1980er und 1990er Jahren keine umfassendere Analyse mehr zu NHKs Nachrichtenprogramm in westlicher Sprache gegeben. Dieses Forschungsprojekt möchte daher diese Lücke schließen und vor dem Hintergrund eines sich rapide verändernden Medienumfelds ein aktuelles Portrait der NHK-Fernsehnachrichten erarbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen des Agenda-Settings und Framings, zwei theoretische Konzepte aus der Kommunikationswissenschaft: Welche Themenschwerpunkte wählt NHK und wie werden bestimmte Themen, etwa Politikinhalte, vermittelt und interpretiert? Diesen Fragen soll anhand einer integrativen Inhaltsanalyse der Fernsehnachrichtenberichterstattung (nach Rössler bzw. Krippendorf) auf den Grund gegangen werden. Eine Analyse des Nachrichtenprogramms von Japans einflussreichster Rundfunkorganisation trägt zu einem vertieften Verständnis von der journalistischen Darstellung soziopolitischer Themen bei und dient damit als ein Baustein in der Untersuchung des Zusammenspiels von Medieninhalten, Politikdiskursen und öffentlicher Meinungsbildung.