Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien
Alexander P. Witzke

Alexander P. Witzke

Alexander P. Witzke
Regionalwissenschaft Japan, Betriebswirtschaft
Seit August 2010
(Stipendiaten, 1. August 2010 - 30. September 2011)
  • Wirtschaft Japans
  • Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik Japans

Dissertationsvorhaben: (Arbeitstitel)

 „Fortbeschäftigungssysteme japanischer Unternehmen kleiner und mittlerer Größenordnung des Verarbeitenden Gewerbes – Motor oder Hindernis der langfristigen Gestaltung eines altersneutralen Arbeitsmarktes?“

 Die Verlängerung individueller Erwerbstätigkeit ist eine entscheidende Herausforderung für all jene Bevölkerungen, die sich einem demographischen Transformationsprozess gegenübersehen. Mit Interesse blicken internationale Beobachter dieser Debatte nach Japan, wo die Beschäftigungsrate der Über-60-Jährigen sowie das durchschnittliche effektive Renteneintrittsalter über dem internationalen Durchschnitt liegen und für eine traditionell hohe Erwerbsbeteiligung im Alter sprechen. Während hierfür ein komplexer Ursachenzusammenhang ausgemacht werden kann, spielen Systeme der Wieder- bzw. Fortbeschäftigung in japanischen Betrieben eine gewichtige Rolle, welche im Japanischen in der Regel als saikoyou seido bzw. kinmu enchou seido bezeichnet werden.    

Das Dissertationsvorhaben widmet sich daher insbesondere saikoyou seido bzw. kinmu enchou seido, wobei eine Untersuchung des Strukturrahmens das Zentrum der Betrachtung bildet. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Arbeitsinhalt und Beschäftigungskonditionen der Fortbeschäftigten sowie der betrieblichen Entscheidungsverfahren hierüber, wobei eine große betriebsspezifische Heterogenität erkennbar ist.

Zur Analyse dieser Fragestellung ist eine mikroökonomische und mikrosozilogische Datentriangulation angestrebt, die eine Evaluation an der Schnittstelle zwischen betriebswirtschaftlicher und soziologischer Betrachtung ermöglichen soll. Aufbauend auf einer bereits erfolgten fragebogenbasierten Untersuchung, soll der Forschungsaufenthalt am Deutschen Institut für Japanforschung genutzt werden, um die Ergebnisse der quantitativen Exploration anhand einer qualitativen Untersuchung in Form von Tiefen- und Experteninterviews zu fundamentieren.