Bianca Bea Simone Decker
Simone Decker ist Doktorandin an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und spezialisiert sich auf unabhängige Buchladenprojekte und Selbstpublikationen sozialer Bewegungen. Ihr Forschungsinteresse gilt insbesondere der Untersuchung kommunikativer Orte und neu entstehender Gemeinschaften in zunehmend fragmentierten Zeiten.
Die Dissertation erfasst dokuritsu-shoten, eine Welle neugegründeter Buchläden seit den späten 2010er-Jahren, unter dem Konzept der Third Places. Dabei sollen Entstehungskontexte (past), Funktionalitäten (present) sowie Potenziale (future) untersucht und in Bezug auf die Möglichkeitserweiterungen durch buchzentrierte Projekte innerhalb der Entstehung nicht-virtueller Gemeinschaften in post-Corona-Zeiten erfasst werden. Die Arbeit ist anhand der Involvierungsintensität strukturiert und erfasst Buchläden entlang der Steigerungsachse von sozialen Orten, Community Building, bis hin zu sozialen Bewegungen. Schwerpunkt bei Letzteren liegt insbesondere auf der vierten Welle der feministischen Bewegung, deren Vertreter:innen, nach den mini-komi früherer Wellen, heute verstärkt in der Produktion von Zines und selbstpublizierten Büchern aktiv sind.
Während des Aufenthalts am DIJ liegt der Fokus der Arbeit, neben dem fachlichen Austausch mit Expert:innen, auf Feldstudien in unabhängigen Buchläden und bei Festivals selbstpublizierter Literatur, sowie auf Interviews mit Buchladenprojekt-Initiator:innen und Selbstpublizierenden.