Jaein Seol
Jaein Seol ist Doktorandin an der Universität Leipzig und spezialisiert sich auf Wissenspolitik und Erinnerungsforschung, insbesondere im Kontext transnationaler Verflechtungen. Sie untersucht politische Phänomene aus der Perspektive von Wissen, Erinnerung und Diskurs in historischen Verflechtungen und analysiert, wie diese politische Dynamiken über Grenzen hinweg und im Zeitverlauf prägen, mit besonderem Augenmerk auf das Verhältnis von Wissen und Macht.
In ihrer Dissertation untersucht sie, wie rechtsgerichtete Bewegungen in Japan und Südkorea Diskurse über „historische Wahrheit“ hervorbringen, zirkulieren lassen und legitimieren und wie sie über nationale Kontexte hinweg miteinander verflochten sind. Das Projekt begreift diese Bewegungen als transnational verflochten statt als national abgeschlossene Einheiten und zeichnet die Produktion, Zirkulation und Rekontextualisierung revisionistischer Narrative über Grenzen hinweg nach. Es analysiert, wie diese mit historischen Konflikten sowie mit innerstaatlichen und regionalen Machtverhältnissen interagieren. Auf diese Weise zielt das Forschungsprojekt darauf ab, zu breiteren Debatten über den globalen Aufstieg der politischen Rechten beizutragen, indem es aufzeigt, wie sich rechte Diskurse selbst über historisch antagonistische Kontexte hinweg transnational verschränken.
Während ihres Aufenthalts am DIJ führt Jaein Seol Archiv- und Feldforschung durch, arbeitet mit in Japan verfügbaren Quellen und tauscht sich mit Wissenschaftler*innen aus, die zu rechtsgerichteten Bewegungen und Erinnerungspolitik in Ostasien forschen.