Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien
Jonathan Krautter

Jonathan Krautter

Jonathan Krautter
Wirtschaftsgeschichte
Seit September 2017
(Stipendiaten, 1. September 2017 - 31. Mai 2018)

krautter@dijtokyo.org

Die Umsetzung japanischer Industriepolitik in der Hochwachstumsphase, 1950-1975

Ziel seines Dissertationsprojekts ist es, die Umsetzung der japanischen Industriepolitik während der Hochwachstumsphase aus einer unternehmenshistorischen Perspektive zu untersuchen. Zu diesem Zweck greift er auf interne Firmendokumente aus ausländischen Unternehmensarchiven zurück, die in der einschlägigen Forschungsliteratur bisher kaum Beachtung fanden.

Das bedeutet, dass nicht die ausführenden Regierungsstellen, sondern das Verhalten der Unternehmen den Fokus der Dissertation darstellen. Damit sind insbesondere die Erwartungen und die darauf basierenden Handlungsentscheidungen ausländischer Führungskräfte angesprochen, die im Untersuchungszeitraum jederzeit, ob indirekt oder direkt, mit industriepolitischer Einflussnahme zu rechnen hatten. Auf diese Weise lässt sich zeigen, ob und wie es der japanischen Regierung gelang, das Verhalten ausländischer Unternehmen im Sinne ihrer industriepolitischen Strategie zu beeinflussen.

Bisher haben Forscher die Industriepolitik Japans hauptsächlich aus der Perspektive verschiedener Regierungsinstitutionen untersucht. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Studien über die Auswirkungen industriepolitischer Maßnahmen auf die Gesamtwirtschaft oder einzelne Branchen. Zwar befassen sich einige industriepolitische Studien auch mit Unternehmen, jedoch wird deren Rolle nur selten systematisch und auf Basis von Primärquellen analysiert. Aus diesem Grund ist der Forschungsstand zur Umsetzung von Industriepolitik auf der Unternehmensebene noch lückenhaft.

Mittels konkreter Fallstudien, die die Aktivitäten ausländischer Firmen aus der Chemie- und Elektronikbranche aufarbeiten, soll am Beispiel Japans gezeigt werden, welchen Beitrag ein unternehmenshistorischer Ansatz für die Debatte um die historische Industriepolitik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu leisten vermag.