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Deutsches Institut für Japanstudien

Tobias Weiss

Japanologie und Politikwissenschaft
Seit September 2015
(Stipendiaten, 1. September 2015 - 31. Dezember 2015)

weiss@dijtokyo.org

Studium der Japanologie, Sinologie und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg. 2007-2008 Monbusho-Stipendiat an der Fukui University, Japan.
Seit 2012 Anstellung am Universitären Forschungsschwerpunkt Asien und Europa, Universität Zürich. Mehrere Forschungsaufenthalte in Japan. Von September bis Dezember 2015 Stipendiat am DIJ.

Forschungsinteressen: Medien und Politik, Framing, Soziologie des Journalismus.

Projektskizze

Während des Atomunfalls von Fukushima 2011 wurde deutlich, dass die Berichterstattung über Atomkraft und die Wahrnehmung dieser sich stark zwischen Japan und anderen Ländern unterscheidet. Besonders Deutschland bildet einen starken Kontrast zu Japan. In der Arbeit wird nach den Gründen für die unterschiedliche Darstellung gefragt. Neben der Armut an Kohle und natürlichen Rohstoffen, der ausserordentlich starken Rezeption der Ölkrise 1973 und der starken ideologischen Fokussierung auf Wissenschaft, Technologie und Modernisierung, spielt die starke Verflechtung der japanischen Medien mit Wirtschaft und Regierung eine wichtige Rolle. In der Arbeit wird das Framing der Atomkraft in drei wichtigen Zeitungen über einen längeren Zeitraum untersucht. In einem zweiten Schritt werden organisatorische, politische und ökonomische Faktoren analyisert, die das Framing der Atomkraft durch verschiedene Journalisten beeinflussen. Es zeigt sich, dass in Japan zwei gegensätzliche Formen des “Atomkraftjournalismus“ mit unterschiedlichen normativen Modellen und institutionellen Knotenpunkten existieren.