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Deutsches Institut für Japanstudien

Cyber-physische Räume und Avatar-Technologien: Neue Chancen für eine inklusive Gesellschaft?

 seit September 2021

Im Rahmen des „Moonshot Research and Development Program“ legte das japanische Cabinet Office im Januar 2020 unter anderen das „Moonshot Goal #1 Realization of a society in which human beings can be free from limitations of body, brain, space, and time by 2050“ (CaO 2020) fest. Damit sollen Lösungen für den Geburtenrückgang und die Überalterung der japanischen Gesellschaft und insbesondere für den daraus resultierenden Arbeitskräftemangel gefunden werden. Ältere oder körperlich eingeschränkte Menschen und Menschen mit Verpflichtungen wie Pflege und Kindererziehung sollen unabhängig von körperlichen, kognitiven, räumlichen oder zeitlichen Einschränkungen am Arbeitsmarkt partizipieren können (MEXT 2020: 120). Dazu sollen sogenannte cybernetische Avatare und eine cloudbasierte Infrastruktur entwickelt und die gesellschaftliche Akzeptanz für diese visionäre Gesellschaft geschaffen werden.

In meinem Projekt analysiere ich, wie diese visionären neuen cyberphysischen Räume der sogenannten society 5.0 konstruiert werden. Ich untersuche, welches Verständnis vom „Menschen“ bzw. von „Körper“ dieser Vision zugrunde liegt und was es bedeutet, in dieser zukünftigen Gesellschaft ein gutes Leben zu führen.

Auf der empirischen Ebene untersuche ich bereits bestehende hybride Formen von cyber und physischen Räumen. Durch teilnehmende Beobachtung und Interviews untersuche ich, wie die Nutzer*innen diese Räume erleben und welche Möglichkeiten und Beschränkungen sie beinhalten. Darüber hinaus untersuche ich, was diese neuen Technologien für Selbstverwirklichung und Vielfalt, für soziale Teilhabe und Inklusion sowie für die Interaktion zwischen Mensch und Mensch oder Mensch und Maschine bedeuten.