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Deutsches Institut für Japanstudien

Generationskonflikt und soziale Re-Differenzierung als Auslöser für Japans kinderarme Gesellschaft

 In der sozialwissenschaftlichen Forschung über das
gegenwärtige Japan existierte bis zum Ende der 1990er Jahre
das Bild von Japan als klassenloser Gesellschaft, mit nur geringen
Unterschieden zwischen Arm und Reich. Die Standardisierung des
Lebensstils der Mittelkassen in breite soziale Schichten wird als
wesentlicher Faktor dafür gesehen, dass sich ein
„allgemeines Mittelschichtbewusstsein“ (sōchūryū ishiki) in
der japanischen Nachkriegsgesellschaft ausbreiten konnte. Seit einigen
Jahren zeigen sich in Japan wachsende soziale Unterschiede und dieses
Phänomen hat einen Diskurs über Japan als kakusa shakai
(Differenzgesellschaft) ausgelöst. Das Projekt
beschäftigt sich mit der Frage, ob der demographische Wandel
selbst das Verschwinden der Mittelschicht verursacht hat oder ob die
neuen Formen der Ungleichheit und des sozialen Abstiegs für
eine Veränderung im Heirats- und Reproduktionsverhalten
sorgen. Auffällig ist der Verlust an sozialer Sicherheit und
beruflicher Qualifikation für die jüngere Generation
in Japan. Das Projekt betrachtet hauptsächlich die
veränderten sozialen Perspektiven junger Erwachsener in der
japanischen Gesellschaft und untersucht den Zusammenhang zwischen der
niedrigen Geburtenrate, den Veränderungen in der Familie und
im Generationenverhältnis und der Restrukturierung des
Arbeitsmarktes.

Personal

Ehemalige Mitarbeiter

Annette Schad-Seifert Annette Schad-Seifert
(Sozialwissenschaften)

Projekte

Herausforderungen des demographischen Wandels

Ausgewählte Publikationen

Working Papers (Buch)

2006
[Schad-Seifert, Annette] Japans kinderarme Gesellschaft – Die niedrige Geburtenrate und das Gender-Problem . Working Papers. Tokyo: Deutsches Institut für Japanstudien. 40 S.