Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien

Geschichte, Gegenwart und Zukunft der japanisch-thailändischen Beziehungen

 seit November 2021

Als der jetzige japanische Premierminister Minister Fumio Kishida im Jahre 2016 als Außenminister Thailand besuchte, bezeichnete er das südostasiatische Königreich aufgrund der großen Zahl der dort ansässigen japanischen Unternehmen als einen ökonomischen Partner, auf den Japan nicht verzichten könne. Investitionen japanischer Unternehmen, die in den 1980er Jahre stark zugenommen hatten, spielten eine wichtige Rolle dabei, dass Thailand 2011 den Status eines Mitteleinkommmenslands erreichte. Auch auf der politischen Ebene unterhalten die beiden Länder seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahre 1887 gute Beziehungen. Diese mündeten im Jahre 2007 in der Erklärung einer „strategischen Partnerschaft“. In den letzten Jahren wurde diese Beziehung jedoch durch die sinkende Wettbewerbsfähigkeit der thailändischen Wirtschaft, die demokratische Regression seit dem Militärputsch von 2014 und natürlich den zunehmenden Einfluss der Volksrepublik China in Thailand und Südostasien komplexer.

Das Ziel dieses interdisziplinären Projektes ist es, durch eine Reihe von Fallstudien zu einem besseren Verständnis des politischen, ökonomischen und kulturellen Einflusses Japans in Thailand in Bezug auf dessen historische Entwicklung, gegenwärtige Bedeutung und mögliche zukünftige Szenarien beizutragen.

Thailand ist ein Gründungsmitglied der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN. Da Deutschland, Frankreich und die Europäische Union im Rahmen ihrer Strategien für den Indopazifischen Raum sowohl Japan als auch ASEAN als Partner identifiziert haben, sind die Ergebnisse dieses Projektes auch für die Erforschung der auswärtigen Beziehungen Europas von Bedeutung.

Im Rahmen dieses Projektes werden sowohl archivalische und publizierte Quellen ausgewertet als auch halbstrukturierte Interviews mit Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft und Politik in Japan und Thailand durchgeführt. Das Projekt ist dabei multiskalar konzeptioniert. Es werden Fallstudien zu den zwischenstaatlichen Beziehungen, zu transnationalen Netzwerken, die den Austausch von Menschen, Wissen und Kapital ermöglichen, sowie auf regionaler Ebene zu den Beziehungen mit der südostasiatischen Staatengemeinschaft durchgeführt.