Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
日本語EnglishDeutsch
Deutsches Institut für Japanstudien

Politische Partizipation und Glück in Japan

 Januar 2012 - Juli 2019

Politische Partizipation zielt darauf ab, Entscheidungen im politischen Prozess zu beeinflussen. Was aber bewirkt politische Partizipation unabhängig vom Ergebnis der angestrebten politischen Ziele für die engagierten Menschen selbst? Wie verändert sich die Selbstwahrnehmung politisch aktiver Bürger? Diese Fragen sind in der Forschung bislang vor allem theoretisch behandelt worden. Beispielsweise besagt ein Ansatz aus der Glücksforschung (vgl. z.B. Frey, Benz und Stutzer 2004, Weitz-Shapiro und Winters 2008), dass Bürger, die politisch aktiv sind, aus Prozessen der Beteiligung positiven Nutzen für sich gewinnen und damit ihr subjektives Wohlbefinden steigern können. Das Konzept des Prozessnutzens (procedural utility) hebt hervor, dass nicht nur der Inhalt von Entscheidungen, sondern auch die Frage wie diese Entscheidungen getroffen wurden, von Bedeutung sind. Einen positiven Nutzen gewinnen die Beteiligten vor allem dann, wenn Entscheidungs-Prozesse so ablaufen, dass bestimmte psychologische Bedürfnisse erfüllt werden, die die eigene Wahrnehmung – etwa Empfinden von Autonomie, Verbundenheit und Kompetenz – positiv aufwerten.

Dieses Forschungsprojekt hat zum Ziel, die Theorien vom Zusammenhang von politischer Partizipation und subjektivem Wohlbefinden anhand eines japanbezogenen Beispiels empirisch zu überprüfen. Als Fallbeispiel dient die seit der Dreifach-katastrophe vom 11. März 2011 wahrnehmbare Bewegung in Japan, in der Menschen gegen die Nutzung von Atomenergie und zum Schutz vor Radioaktivität politisch aktiv werden. Innerhalb dieser Bewegung lassen sich unterschiedliche Formen politischer Partizipation beobachten, die von der Beteiligung an Protestaktivitäten bis hin zur Gründung der Grünen Partei Japan reichen.


Team

Phoebe Stella Holdgrün Phoebe Stella Holdgrün (bis Oktober 2017)
Stellvertretende Direktorin, Japanologie, Politikwissenschaft