Deutsches Institut für Japanstudien nav lang search
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Deutsches Institut für Japanstudien

Politik und Internet

Projektlaufzeit: 2001-2006

Wie verändert das Internet die Produktion und die Vermittlung von Politik in Japan? Ergeben sich zusätzlich zu bestehenden formalisierten und informellen Einflußkanälen neue Kommunikationswege zwischen Bürgern und politischen Akteuren? Wie verändern staatliche und nicht-staatliche Akteure ihr Kommunikationsverhalten? Welche Schlußfolgerungen lassen sich hinsichtlich der politischen Nutzung des Internets in Japan ziehen? Folgt Japan hierbei einem Sonderweg? Oder geht die Entwicklung in Japan einher mit ähnlichen Trends in anderen westlichen Industriegesellschaften? Dies sind die Ausgangsfragen, die die Sozialwissenschaftliche Abteilung des DIJ bei der Bearbeitung ihres derzeitigen Schwerpunktthemas „Politik und Internet in Japan“ leiten. Nach einer Bestandsaufnahme zur Nutzung des Internets durch staatliche Organe und nichtstaatliche Akteure in Japan bearbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung die Thematik im Rahmen von Fallstudien.

Verena Blechinger (bis Januar 2002 am DIJ) untersuchte die Nutzung des Internets durch japanische Politiker und Parteien. Anhand einer Analyse des Wahlkampfes im Vorfeld der Oberhauswahlen vom Juli 2001 prüfte sie, ob sich das Internet in Japan als Medium zur Wahlkampfführung etabliert hat, welche Medienstrategien japanischer Politiker und Parteien dabei erkennbar wurden und ob diese neue Technologie geeignet erscheint, bislang uninteressierte Wählerschichten zu erschließen und die Kluft zwischen Politikern und Wählern zu verringern. Isa Ducke konzentrierte sich in einer ersten Fallstudie auf die Vermittlung außenpolitischer Inhalte. Anhand des Schulbuchstreits zwischen Japan und Südkorea im Jahr 2001 bearbeitete sie die Frage, wie die einzelnen Streitparteien ihre Position im Netz vertraten und welche Unterschiede sich zwischen Japan und Korea, aber auch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren feststellen ließen. In einer Anschlussstudie beschäftigt sie sich mit der Nutzung des Internet in unterschiedlichen japanischen Bürgerbewegungen und versucht zu ermitteln, welche Einzelaspekte des Internet sich für die Gruppen als vorteilhaft und lohnend erweisen. Auf der Basis der hierbei gewonnen Erkenntnisse wurden dann eine komparative Studie zur Internetnutzung durch Bürgerbewegungen in Japan, Deutschland und Südkorea sowie eine Reihe von Studien zur Friedensbewegung in Japan und Südkorea durchgeführt.


Events

27. April 2005
DIJ Social Science Study Group
Slipping Through the Net: Regulation of Online Election Campaigns (Durchs Netz geschlüpft: Die Regulierung japanischer Online-Wahlkämpfe)

5. Dezember 2003
Workshops
E-Democracy in East Asia? How the Internet Affects Politics and Civil Society in Japan, South Korea, and Taiwan(E-Demokratie in Ostasien? Wie das Internet Politik und Zivilgesellschaft in Japan, Südkorea und Taiwan beeinflusst)

24. April 2002
DIJ Social Science Study Group
The Internet and Political Activism - The case of the "textbook affair" 2001 (Internet und politischer Aktivismus im Fall der “Schulbuchaffäre“ 2001)

Team

Verena Blechinger Verena Blechinger (bis Januar 2002)
Politikwissenschaften

Isa Ducke Isa Ducke (bis Mai 2006)
Politikwissenschaft