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Deutsches Institut für Japanstudien

Was ist “lokal”? Die politische Bedeutung von subnationalen Räumen in Japan

Das Projekt zielt darauf ab, den Diskurs über das „Lokale“ als Analyseeinheit voranzutreiben – ein Diskurs, der entscheidend dazu beitragen kann, unterkomplexe Annäherungen an vielschichtige sozioökonomische und politische Phänomene zu vermeiden. Die administrativen Grenzen subnationaler Räume können das „Lokale“ als Analyseeinheit nur beschränkt fassen. Präzisere Konzeptionen davon, was subnationale Lokalitäten ausmacht – ihre räumlichen, sozialen, formellen und informellen Grenzen – sind dagegen ein vielversprechendes analytisches Werkzeug, um neue Fragestellungen zu generieren, relevante Akteure zu identifizieren und die Bedeutung von sozialen Konstellationen aufzudecken, die anderweitig im Verborgenen bleiben.

Das gegenwärtige Japan erscheint in diesem Kontext als ein besonders interessanter Forschungsgegenstand. Durch Dezentralisierungsreformen und massive Gemeindefusionen Mitte der 2000er sind lokale Gebietskörperschaften außergewöhnlich groß und heterogen geworden. Unterhalb der Gemeindeebene gibt es eine ganze Reihe von „Lokalitäten“, die häufig eigene Identitäten und Selbstverwaltungskompetenzen innehaben (z.B. ehemalige Dörfer, Nachbarschaften, natürliche Dörfer). Zudem gibt es eine ganze Reihe von lokalen Einheiten, die über Gemeindegrenzen hinweg eine Rolle spielen (z.B. Wahlbezirke, geographische Einheiten wie Täler oder Ebenen, Wirtschafts-Cluster, landwirtschaftliche Kooperativen). Eine Unterscheidung dieser mannigfaltigen Dimensionen des „Lokalen“ hat nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Bemühungen um die „lokale Revitalisierung“ erheblich politische Relevanz.

Im Rahmen des Projekts findet im Oktober 2018 ein mehrtägiges, internationales Symposium am DIJ statt, auf dem WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen ihre Konzeptionen des „Lokalen“ vorstellen und diskutieren. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse des Symposiums in einem Sammelband veröffentlicht werden (herausgegeben von Sonja Ganseforth und Hanno Jentzsch).

Personal

Sonja Ganseforth Sonja Ganseforth
(Sozialwissenschaft, Humangeographie)

Hanno Jentzsch Hanno Jentzsch
(Sozialwissenschaft)

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