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Deutsches Institut für Japanstudien
Sophia Anastasia Latsos

Sophia Anastasia Latsos

Sophia Anastasia Latsos
Wirtschaftswissenschaft
Seit September 2016
(Stipendiaten, 1. September 2016 - 28. Februar 2017)

latsos@dijtokyo.org

Forschungsinteressen

  • Umverteilungseffekte ultralockerer Geldpolitik
  • Reallohneffekte expansiver Geldpolitik
  • Unkonventionelle Geldpolitik und Einkommensungleichheit
  • Demographische Folgen lockerer Geldpolitik

Projekt am DIJ

Does Unconventional Monetary Policy Increase Income Inequality? Lessons from Japan

(Erhöht unkonventionelle Geldpolitik Einkommensungleichheit? Lehren aus Japan)

Bis dato galt die sogenannte ultralockere, unkonventionelle Geldpolitik als eine der wichtigsten ordnungspolitischen Antworten auf den Ausbruch der globalen Finanzkrise und der europäischen Staatsschuldenkrise. Allerdings kann solche Geldpolitik unintendierte Folgen haben. So schränken anhaltend niedrige kurz- und langfristige Zinsen die Profitabilität von Pensionskassen erheblich ein. Insbesondere alternde Gesellschaften sind von generationenübergreifenden Umverteilungseffekten betroffen. Auch die günstige Staatsverschuldung muss im Zusammenhang mit Umverteilungseffekten dauerhaft lockerer Geldpolitik verstanden werden (finanzielle Repression).

Das Beispiel Japan kann als Wegweiser für unkonventionelle, ultralockere Geldpolitik und ihre Folgen dienen, da die Bank of Japan seit dem Platzen der Blasenökonomie (1999) diese Politik als Krisentherapie betreibt. Umverteilungseffekte werden hier in Form von negativen Nominal- und Reallohneffekten und positiven Vermögenspreiseffekten sichtbar. Obwohl der negative Reallohneffekt einen Großteil der Haushalte betrifft, kommt der positive Vermögenspreiseffekt nur einer relativ kleinen Gruppe zugute (Spitzenverdiener mit finanziellem Vermögen). Somit ergibt sich die Frage, ob die Geldpolitik der Bank of Japan Einkommensungleichheit beeinflusst.

Aufbauend auf die existierende Forschung wird meine empirische Analyse die Wirkung positiver geldpolitischer Schocks auf ein Maß der Einkommensverteilung, also beispielsweise den Gini- Koeffizienten, schätzen. Für die Erfassung der Einkommensverteilung sind sowohl Lohndaten als auch Vermögensdaten der japanischen Haushalte nötig. Japanische Lohndaten stammen aus dem „Basic Survey on Wage Structure“ (BSWS) des Ministry of Health, Labor and Wealth (MHLW). Zudem benötige ich Vermögensdaten der Haushalte, welche in der bisherigen Forschung im Kontext der japanischen Einkommensverteilung nicht berücksichtigt wurden und auch im BSWS nicht erfasst sind. Diese würde ich beim Institute for Research on Household Economics und beim Ministry of Internal Affairs and Communication beantragen.